Selbstbehauptung wird manchmal mit Selbstverteidigung oder gar mit Kampfsport gleichgesetzt. Das ist ein Missverständnis. Selbstbehauptung ist in erster Linie eine kommunikative und psychologische Kompetenz, keine physische.
Sie beginnt damit, die eigenen Grenzen überhaupt zu kennen. Wer nicht weiss, was er akzeptiert und was nicht, kann keine klare Grenze setzen. Selbstbehauptung bedeutet dann, diese Grenze zu kommunizieren: mit Körpersprache, mit Stimme, mit Worten. Klar, direkt und ohne Spielraum für Missverständnisse. Denn gerade in hochemotionalen Situationen fühlt das Gegenüber sich oft im Recht. Es braucht eine klare und deutliche Rückmeldung, um zu erkennen, dass es gerade eine Grenze massiv überschreitet. Das kann im Extremfall auch bedeuten, die Stimme zu erheben, nicht um zu drohen, sondern um unmissverständlich zu kommunizieren.
Was Selbstbehauptung nicht ist: aggressiv, verletzend oder eskalierend. Eine gut gesetzte Grenze deeskaliert oft, weil sie Klarheit schafft. Eine schlecht gesetzte Grenze kann das Gegenteil bewirken. Genau diese Unterscheidung vermitteln wir.