Selbstbehauptung

Grenzen setzen, wenn Kommunikation nicht mehr reicht.

Selbstbehauptung im Konflikt mit Kunden

Grenzen klar setzen

Es gibt Situationen, in denen Deeskalation nicht mehr möglich ist. Das Gegenüber ist laut, unanständig, bedrohlich. Ein Dialog ist nicht mehr führbar. In diesem Moment braucht es etwas anderes als Kommunikationsgeschick: Es braucht die Fähigkeit, klar und unmissverständlich Grenzen zu setzen.
Selbstbehauptung ist genau das: die Kompetenz, die eigenen Grenzen zu kennen, sie zu vertreten und wenn nötig mit Nachdruck durchzusetzen. Nicht als Aggression, nicht als Eskalation, sondern als professionelle Haltung, die dem Gegenüber unmissverständlich signalisiert: bis hier und nicht weiter.

Selbstbehauptung ist Teil eines Kontinuums

Es ist der vorletzte Schritt in einem Kontinuum, das bei normaler Kommunikation beginnt und über Konfliktkommunikation und Deeskalation bis zu diesem Punkt führt. Wer weiss, wo auf diesem Kontinuum man sich befindet, weiss auch, wann Selbstbehauptung die richtige Reaktion ist und wann noch andere Mittel sinnvoller sind.

1

Normale Kommunikation

Austausch auf Augenhöhe

2

Konflikt­kommunikation

Konflikte entstehen

3

Deeskalation

Spannung reduzieren, Gespräch lenken

4

Selbst­behauptung

Klare Grenzen setzen, unmissverständlich sein

5

Rückzug und Hilfe

Situation verlassen oder Unterstützung hinzuziehen

Inhalte der Weiterbildung

Sie lernen, den richtigen Moment für klare Grenzsetzung zu erkennen und auch in angespannten Situationen sicher, professionell und angemessen zu handeln.

Was in einer frühen Phase eine Lösung bringt, kann in einer späteren Phase die Sicherheit gefährden. Selbstbehauptung setzt genau dort an, wo Kommunikation und Deeskalation an ihre Grenzen gestossen sind. Wer zu früh Grenzen setzt, riskiert eine unnötige Eskalation. Wer zu spät damit anfängt, setzt sich und andere einer realen Gefahr aus.

Der entscheidende Schritt ist deshalb nicht die Grenzsetzung selbst, sondern das Erkennen des richtigen Moments. Wann ist ein Dialog noch sinnvoll? Wann ist das Gegenüber noch erreichbar? Und wann muss ich aufhören zu erklären und anfangen, klar zu sein? Diese Einschätzung ist eine erlernbare Kompetenz und der Kern dieser Weiterbildung.

Selbstbehauptung wird manchmal mit Selbstverteidigung oder gar mit Kampfsport gleichgesetzt. Das ist ein Missverständnis. Selbstbehauptung ist in erster Linie eine kommunikative und psychologische Kompetenz, keine physische.

Sie beginnt damit, die eigenen Grenzen überhaupt zu kennen. Wer nicht weiss, was er akzeptiert und was nicht, kann keine klare Grenze setzen. Selbstbehauptung bedeutet dann, diese Grenze zu kommunizieren: mit Körpersprache, mit Stimme, mit Worten. Klar, direkt und ohne Spielraum für Missverständnisse. Denn gerade in hochemotionalen Situationen fühlt das Gegenüber sich oft im Recht. Es braucht eine klare und deutliche Rückmeldung, um zu erkennen, dass es gerade eine Grenze massiv überschreitet. Das kann im Extremfall auch bedeuten, die Stimme zu erheben, nicht um zu drohen, sondern um unmissverständlich zu kommunizieren.

Was Selbstbehauptung nicht ist: aggressiv, verletzend oder eskalierend. Eine gut gesetzte Grenze deeskaliert oft, weil sie Klarheit schafft. Eine schlecht gesetzte Grenze kann das Gegenteil bewirken. Genau diese Unterscheidung vermitteln wir.

Selbstbehauptung hat ebenfalls ihre Grenzen. Wenn das Gegenüber trotz klarer Grenzsetzung nicht zurückweicht, wenn eine konkrete Bedrohung entsteht oder wenn die Situation in offene Gewalt umzuschlagen droht, gibt es nur noch zwei sinnvolle Reaktionen: sofortiger Rückzug oder das Beiziehen von Hilfe.

Auch das ist Teil der Weiterbildung. Zu wissen, wann man geht, ist genauso wichtig wie zu wissen, wann man bleibt. Rückzug ist in diesem Kontext keine Niederlage, sondern die richtige professionelle Entscheidung. Ist ein Rückzug nicht möglich, bleibt als letzte Option der physische Selbstschutz. Dieser ist jedoch im normalen beruflichen Kontext selten und wird in der Weiterbildung entsprechend eingeordnet: als äusserstes Mittel, nicht als Standardrepertoire.

Diverse Fachkraefte sitzen gemeinsam in einer Schulung und tauschen sich im Team aus
Fachkraefte aus Pflege Medizin. Hotellerie und Gastronomie im Gespraech

Für wen ist diese Weiterbildung?

Gedacht ist diese Weiterbildung für Menschen, die im Beruf mit aggressivem, bedrohlichem oder grenzüberschreitendem Verhalten konfrontiert werden und dabei klar Position beziehen müssen. Besonders relevant ist sie für Berufsgruppen, die grundsätzlich helfen wollen und gerade deshalb mit dem Grenzensetzen ringen. Zu lernen, Nein zu sagen und sich zu schützen, ohne die professionelle Haltung aufzugeben, ist für viele der eigentliche Gewinn.

Was Teilnehmende mitnehmen

Sie kennen die Faktoren, die eine klare Grenzsetzung erfordern.
Sie haben gelernt, diese Grenze zu setzen
Sie setzen sie klar und deutlich, ohne das Gegenüber unnötig zu verletzen oder weiter zu eskalieren

Was viele als besonders wertvoll erleben ist die Erlaubnis, die diese Weiterbildung gibt. Die Erlaubnis, sich zu schützen. Die Erlaubnis, Nein zu sagen. Und das Vertrauen, es im richtigen Moment auch wirklich zu tun.

Die organisatorische Dimension

Selbstbehauptung ist nicht nur eine individuelle Kompetenz. Organisationen tragen die Verantwortung dafür, dass ihre Mitarbeitenden wissen, dass sie Grenzen setzen dürfen und dass sie dabei von der Organisation unterstützt werden. Wer im Zweifelsfall nicht weiss, ob ein klares Nein mit der Unternehmenskultur vereinbar ist, wird im entscheidenden Moment zögern.

INKOGE betrachtet Selbstbehauptung deshalb immer im organisatorischen Kontext. Was auf individueller Ebene in der Weiterbildung erarbeitet wird, muss auf organisatorischer Ebene durch klare Richtlinien und eine Führungskultur gestützt werden, die Sicherheit als gemeinsame Verantwortung versteht.

Frau im grauen Blazer spricht am Konferenztisch zu einer Gruppe aus Buero und Pflegepersonal die zuhoert und mitschreibt

Erfahrungen mit INKOGE

Medbase Löwenstrasse Zürich

Einige Mitarbeiterinnen waren schon in unangenehme Situationen geraten, in denen sie nicht wussten, wie sie sich hätten verhalten sollen. Deshalb organisierten wir ein Inhouse-Training zum Thema Deeskalation und Selbstschutz.

In einem kompakten Kurs lernten die Teilnehmerinnen, was man in solchen Situationen tun kann. Es wurde ihnen bewusst, dass es in heiklen Situationen für sie nicht nur die Opferrolle gibt, sondern sie lernten, wie man sich aktiv vor Aggressionen und Gewalt schützen kann.

Dr. med. Martin Narozny
Standortleiter
medbase
Kompetenzzentrum Strickhof

Unsere Mitarbeitenden werden immer wieder mit dem Thema Selbstbehauptung und Deeskalation in ihrem Arbeitsalltag konfrontiert. Daher haben wir einen geeigneten Referenten mit Praxiskenntnis gesucht und mit Tian Wanner gefunden. Die interne Weiterbildung hat unseren Wünschen und den gemeinsam vereinbarten Zielen entsprochen. Beide Zielgruppen – Lehrpersonen und übrige Mitarbeitende – haben den theoretischen Input sehr geschätzt. Das erworbene Know-how hilft in Zukunft auch im privaten Umfeld rechtzeitig und angemessen reagieren zu können.

Corinne Maurer
Spartenleitung Grundbildung BMS, Gesundheit, Sport
strickhof

Format und Durchführung

Inhouse-Veranstaltung

Die Weiterbildung wird als Inhouse-Veranstaltung durchgeführt und vollständig auf die Bedürfnisse Ihrer Organisation und Ihrer Mitarbeitenden abgestimmt.

Flexibler Umfang

Das Spektrum reicht vom kompakten Impuls-Workshop bis hin zu mehrtägigen Ausbildungen mit vertiefter Praxisarbeit.

Erstgespräch

Was für Ihre Organisation sinnvoll ist, klären wir im Erstgespräch.

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INKOGE, Die Starkmacher GmbH,
Lavaterstrasse 67, 8002 Zürich

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